Im kleinen Paris des Ostens

shanghai42Dass Shanghai an sich „Paris des Ostens“ genannt wird, passt nicht ganz. In einem kleinen Stadtteil Shanghais, den man Französische Konzession nennt, stimmt der Titel aber. Zumindest stelle ich mir Paris in etwa so vor (denn ich war noch nie dort). Die Konzession besteht aus kleinen, gemütlichen Gassen, unzähligen hochklassigen Restaurants und kleinen Boutiquen.

Im exklusiven Laden- und Restaurantkomplex Xintiandi (新天地)gibt’s so ziemlich alles zu essen – außer Chinesisch. Im Paulaner Bräuhaus gab es an diesem Tag Schnitzel. Doch ganz so malerisch wie im Reiseführer beschrieben, konnten wir die Französische Konzession nicht erleben. Man kann nur erahnen, dass man hier mit dem entsprechenden Budget eine schöne Zeit haben kann, zum Beispiel in einem schummerigen Weinkeller oder einem Club vom Ed-Hardy-Chef Christian Audigier. Abends leuchten die Bäume hier das ganze Jahr über wie an Weihnachten.

shanghai41Dazu passen auch die Temperaturen. Es sind 3 bis 7 Grad in Shanghai und wenn der schneidige Wind dazu kommt, kann es richtig kalt werden. Zum Glück gibt’s hier meistens eine Heizung. Für Chongqing hat man nämlich irgendwas mal beschlossen, dass es hier nicht kalt wird – und daher in kein Wohngebäude eine Heizung eingebaut. Das geht an der Realität vorbei, weshalb es im nass-kalten Winter schon mal ungemütlich wird.

In Shanghai hilft es meistens sich in eins der unzähligen Cafés zurück zu ziehen. Dass Chinesen keinen Kaffee trinken, stimmt schon lange nicht mehr – und in Shanghai schon gar nicht.

Neben meinem Café-Mocha liegt mein neues Album von Leehom Wang. Mittlerweile kann ich mich für die chinesische Musik begeistern, auch wenn ich kein Wort verstehe.

shanghai43Chinas moderne Pop-Musik ist eine Spur zarter als die Amerikanische oder was man in Deutschland so produziert. Die Chinesische Musik ist im eigenen Land extrem populär und es wird deutlich weniger English gesungen als bei uns. Es gibt chinesische Jugendliche, die noch nie etwas von David Guetta gehört haben.

Es war extrem schwierig einen Plattenladen zu finden. Die Downloads haben die CDs fast komplett abgelöst. In dem Laden, den ich dann letzten Endes gefunden habe, gabs noch welche. Und DVDs aktueller Filme, sehr aktueller Filme. Teilweise waren die hier noch nicht einmal im Kino angelaufen. Sehr dubios. Muss man für gefälschte Markenkleidung noch irgendwelchen Gestalten in versteckte Hotelzimmer folgen, bekommt man falsche DVDs bei Zeiten einfach so im Laden.

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