Vor den Toren von Nanjing

nan1Auf dem Weg von Shanghai in die neue Hauptstadt Chinas, machen wir Halt in der alten. Nanjing (南京) heißt übersetzt „Südliche Hauptstadt“ und war während zwei vergangenen Dynastien tatsächlich die Hauptstadt Chinas. Deshalb sollen hier noch viele Gebäude an die alte Zeit erinnern, in der Nanjing die wichtigste Stadt Chinas war. Heute ist das Beijing (北京, zu Deutsch: Peking) was übersetzt „Nördliche Hauptstadt“ bedeutet.

Mit dem Schnellzug haben wir von Shanghai nach Nanjing nur 90 Minuten gebraucht. In den modernen Wagons reist es sich sehr angenehm, die Zuege sind bisher immer auf die Minute pünktlich und das Essen im Bordbistro ist lecker und günstig (Schweinefleisch mit Reis fuer umgerechnet 1,80 Euro). Es gab weder Probleme mit der Klimaanlage, noch mit der Sitzplatzreservierung. Also alles so wie bei der Deutschen Bahn…

nan2Anders in Peking, hat Nanjing noch eine Stadtmauer (南京市城墙). Die 35 Kilometer lange Mauer wurde waehrend der Ming-Dynastie (1366-1386) errichtet und ist eine der extrem wenigen Stadtmauern, die in China noch stehen.

Noch vor den Toren dieser Mauer, liegt unser Hostel inmitten eines Technologieparks. Und vor den Toren der eigentlichen Stadt laeuft man durch einige Strassen, in denen China wieder wie ein Entwicklungsland wirkt.

Dort sind zerstoerte Häuser, überall liegt und Müll – und doch scheinen hier Menschen zu wohnen. Man sieht zwar kaum Leute, aber die Wäsche hängt draußen.

nan3Auch komisch: in den Schluchten zerfallener,aber offenbar belebter Gebäude parken teure Autos, keine vier Jahre alte deutsche Luxuswagen zum Beispiel. Wie das zusammen passt, diese Erklärung muss ich an dieser Stelle schuldig bleiben.

Heute haben wir eines der Stadttore besucht, das den einfachen Namen Chinator (中华门) trägt. Es ist das gewaltigste der Tore und bot uns einen guten Ausblick ueber die Stadt, die mit ihren Hochhäusern von weiten so aussieht wie fast alle chinesicshen Grosstaedte.

nan4Die Toranlage besteht aus vier Einzeltoren, zwischen denen frueher auch schonmal die Soldaten in die Falle gelockt wurden. Heute kann man zwischen den Toren die Geschichte nachlesen oder Bogenschießen. Sechs Pfeile bekommt man dort. Nach fünf hatte ich verstanden wie es geht, aber dann war es auch schon wieder vorbei.

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