Tianjin auf Eis

tian2Wie einen Bourbon, kann man die Millionenstadt Tianjin (天津市) gut auf Eis genießen. Wir sind nun etwa auf der Höhe Pekings angekommen – und damit auch in Chinas kaltem Winter. Der Hai-He Fluss, der die Stadt zerschneidet und ihr eine kleine Skyline schenkt, ist zugefroren.

Man könnte ihn sogar zu Fuß überqueren, wenn man sich traut. Aufgehalten würde man zumindest nicht. Stattdessen wird an einigen Stellen sogar Schlittenfahren (besonders gern für frisch Verliebte) angeboten.

An anderen Stellen schlagen alte Männer Löcher ins Eis und versuchen ihr Glück beim Eisfischen mitten in der Großstadt.

Tianjin kennen die wenigsten, denn die Stadt steht in Pekings Schatten. Mit etwa 14 Millionen Einwohnern ist sie aber alles andere als eine Randfigur. Ganz dem Namen nach, der übersetzt so viel wie Himmelsfurte bedeutet, eifert sie der Strahlkraft Pekings nach. Für Reisende wie uns hat sie aber deutlich weniger zu bieten. Dafür bietet sie die typischen Vorzüge einer chinesischen Großstadt und wird als lebenswerteste Chinas gelistet.

tian3Besonders schön ist der alte Hafen, den man leider nicht als Hafen erkennt. Ich hatte allerdings zu viel erwartet, hatte ich mir eine chinesische Version der Hamburger Speicherstadt vorgestellt. Stattdessen gibt’s jede Menge Gebäude aus dem 19ten Jahrhundert im europäischen Baustil, aber entworfen von Chinesischen Architekten.

Früher waren dort die Handelshäuser, Elite-Clubs, Zollhäuser und Banken. Heute sind es nur noch Banken.

tian1Zu den Vorzügen gehört in jedem Fall das chinesische Nachtleben. Die Clubs überbieten sich auch hier mit Shows zu jeder vollen Stunde und anderen Annehmlichkeiten.

Im MUSE in Tianjin gab es zuerst einen Model-Contest mit anschließender Tanz-Performance, dann darf man tanzen. Nach eine halben Stunde wird man dann aber schon wieder von der Tanzfläche geschmissen, die auch als Bühne dient. Der Platz wird gebraucht für Live-Musik und Tanz-Show.

Gegen 2 Uhr folgt dann noch eine Akrobatik-Einlage auf dem von der Decke gelassenen Reifen. So oder so ähnlich läuft das 7 Tage die Woche. Leider ist das Fotografieren verboten.

Und bei der Frage was in China eigentlich so getrunken wird, können wir eine Brücke schlagen, die fast so schön ist wie die vielen Brücken, die in Tianjin den Hai-He überqueren. Denn auf den meisten Tischen steht neben einer Schale Südfrüchte und ein, zwei Flaschen Wasser… ein Bourbon. Der wird dann – Whiskey-Fans bitte nicht weiter lesen – mit Eistee gemischt.

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