Die Peking-Aufgabe

pek2Endstation Peking, 北京. Eine Woche werde ich nun in der Hauptstadt verbringen, die Stadt, die etwa so groß wie Belgien und der mein Reiseführer mit Abstand die meisten Seiten (es sind um die 60 widmet). Ich bin erschlagen von allem, was es hier zu sehen gibt. Es wird keine leichte Aufgabe, dieser Stadt einen angemessenen Besuch abzustatten – es gibt einfach zu viel zu entdecken. Denn in dieser Stadt steckt nicht weniger als 4000 Jahre chinesische Geschichte. Anders als Shanghai oder Hong Kong wirkt Peking dabei nicht wie eine Über-Großstadt mit Mega-Wolkenkratzern und Bewohnern im Dauer-Stress.

pek3Die Stadt ist zwar in Blocks angeordnet und wirkt dadurch mit seinem Schachbrettmuster auf der Karte wie jede andere Großstadt. Geht man durch die Gassen stellt man aber schnell fest: gerade um die Verbotene Stadt, dem Zentrum Pekings, fehlen die Hochhäuser, es fehlen die breiten Straßen und Verkehrsstaus. Peking ist damit in jeder Hinsicht etwas Besonderes.

Unser Hotel liegt nur eine Viertelstunde von der Verbotenen Stadt entfernt, die wir uns morgen ansehen werden. Vor dem Eingang, dem gewaltigen Tor, das an sich schon wieder eine Attraktion darstellt, liegt der Tiananmen-Platz (zu deutsch: Platz des himmlischen Friedens, 天安門). Auf dem riesen Platz aus Beton und Stein könnten sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Es ist der größte öffentliche Platz der Welt.

pek4Um sich zu versammeln, würde ich allerdings jeden Marktplatz vorziehen. Der Tiananmen-Platz hat nämlich ein unheimliche Atmosphäre. Er ist gesäumt von unzähligen Überwachungskameras, Polizisten in Uniform gehen im Stechschritt auf und ab und man fühlt sich ständig beobachtet. Vorm Betreten mussten wir durch eine Sicherheitsschleuse, wie so oft in China. Die Geschichte des Platzes tut ihr Übriges und schon hat man ein flaues Gefühl im Magen.

Überall in China laufen die Vorbereitungen für das Frühlingsfest. Am 1. Februar wird dann eine Woche lang das Chinesische Neujahr gefeiert. In Peking wird besonders viel dekoriert. Aber die Chinesen verbringen das Fest nicht in der Großstadt, in der sie oft arbeiten, sondern in ihrem Heimatdorf. Deshalb sind meine chinesischen Freunde aus Chongqing gerade alle auf dem Weg zu ihrer Familie. In Peking ist daher auch eine gewisse Abwanderungsbewegung zu spüren. Dennoch soll das Neujahr hier natürlich besonders pompös gefeiert werden. In der Stadt ist nun Rot die vorherrschende Farbe, in Dekoration und Kleidung. Gut, dass ich meine rote Hose eingepackt habe.

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