Terry Goodkind: Das Schwert der Wahrheit

Band 1: Das erste Gesetz der Magie

 

Von Thomas Lunk

Elf dicke Taschenbücher, jüngst neu aufgelegt bei blanvalet, mit 600 bis zu mehr als 1000 Seiten: Terry Goodkinds Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“ ist mehr als nur ein echtes Pfund Fantasy-Literatur, ein Meisterwerk. Im Mittelpunkt steht, jetzt nicht abschrecken lassen, eine epische Liebesgeschichte.

Richard Cypher, der sich im Laufe vieler Tausend Seiten vom Waldläufer zum Lord Rahl, zum Kriegszauberer und Schicksalsschmied mausert, verfällt noch im ersten Band der schönen Kahlan, der Mutter Konfessor, einer Frau mit einzigartiger Magie, eisernem Willen und liebenswertem Wesen.

Diese Liebesgeschichte verbindet, ebenso wie der Kampf gegen den Hüter der Unterwelt und seine Schergen, alle elf Bücher.

Goodkind erfindet das Genre nicht neu. Tatsächlich hat man gelegentlich das Gefühl, er arrangiere Versatzstücke aus anderen Werken neu und fügt nur seine eigenen, durchaus bemerkenswerten Ideen hinzu. Das Ergebnis ist aber trotzdem etwas Neues.

Trotz des beachtlichen Umfangs des Werkes bleiben einige Charaktere eindimensional. Goodkind verwendet, in die Geschichte eingeflochten, viele Zeilen der Folgebände darauf, die vorangegangenen Ereignisse Revue passieren zu lassen. Das kann, wenn man die Bände schnell hintereinander liest, etwas anstrengend sein. Auch gerät sein Plädoyer dafür, alle Kraft in den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben zu investieren, regelrecht zur Predigt. Zumindest Diskussionsbedarf sehe ich auch in seiner Einschätzung, wie weit man in diesem Kampf gehen darf.

Er versteht sich darauf, mit nicht mehr als Worten Stimmungen und Landschaften zu beschwören, zieht den Leser mühelos durch die Geschichte. Goodkind scheut nicht davor zurück, auch Folter und Mord in allen Einzelheiten zu beschreiben – für Fantasy-Fans nicht überraschend. Die drastischen Eindrücke nutzt er, um die Handlungen seiner Protagonisten voranzutreiben und zu rechtfertigen. Ein Beispiel: Goodkind führt die Mord-Sith Denna, eine schöne blonde Frau im roten Lederdress (damit man das Blut nicht sieht) ein, die Richard über Tage foltert. Zuerst und wahrscheinlich auch nicht ganz zu Unrecht, vermutet der Leser, dass die Figur für vordergründige sexuelle Spannung sorgen soll. Goodkind baut die Rolle der Mord Sith und ihrer Kameradinnen als Gruppe aber derartig auf, dass diese Figuren sich weit über solche Bedenken erheben.

Unter dem Strich habe ich die (geschätzt) 8000 Seiten genossen und bedauere nur, dass das Abenteuer vorbei ist. Ich würde jederzeit wieder mit Goodkind nach d’Hara oder die Midlands reisen. Und Richard und Kahlan wünsche ich von Herzen eine Fortsetzung.

Das Schwert der Wahrheit (Sword of Truth) besteht in der aktuellen deutschen Ausgabe aus elf Bänden. Caspar Holz hat sie in die deutsche Sprache übersetzt.
Das erste Gesetz der Magie (ISBN 978-3-442-36967-6)
Die Schwestern des Lichts (ISBN 978-3-442-36968-3)
Die Günstlinge der Unterwelt (ISBN 978-3-442-36969-0)
Der Tempel der vier Winde (ISBN 978-3-442-37104-4)
Die Seele des Feuers (ISBN 978-3-442-37105-1)
Schwester der Finsternis (ISBN 978-3-442-37106-8)
Die Säulen der Schöpfung (ISBN 978-3-442-37288-1)
Das Reich des dunklen Herrschers (ISBN 978-3-442-37289-8)
Die Magie der Erinnerung (ISBN 978-3-442-37290-4)
Am Ende der Welten (ISBN 978-3-442-37389-5)
Konfessor (ISBN 978-3-442-37390-1)

Die Wikipedia-Seite zum Autor:
http://de.wikipedia.org/wiki/Terry_Goodkind

Die Homepage des Autors:
http://www.terrygoodkind.com/index.shtml

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