Omas, Opas und Enkel

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In China hat der Ruhestand wenig mit Ruhe zu tun. Denn nach der Arbeit folgt die Kindererziehung. In Chongqing sehe ich viele Großeltern mit ihren Enkeln, wie sie auf Spielplätzen spielen, sich gegenseitig ärgern oder wie auf dem Bild durch die Wohnanlage Vanke schlendern. Die Kinder verbringen mehr Zeit mit ihren Omas und Opas als mit ihren Eltern. Ohne die Großeltern gäbe es oft niemanden, der sich um die Kinder kümmern könnte.

Nicht zuletzt deshalb genießen die älteren Menschen in China mehr Respekt und Anerkennung als in Deutschland. Sie sind auch mehr unterwegs. Staatliche Kindergärten oder Kitas gibt es quasi nicht und die privaten Alternativen sind für eine elitäre Oberschicht reserviert, die einen großen Teil des Monatsgehalts für die Unterbringung der Kinder investiert.

Unser Lehrer im Arbeitsrecht, Mr. Li Mankui, sieht den neusten Reformideen der Regierung daher mit Besorgnis entgegen. Das Rentenalter für Frauen nämlich von 55 auf 65 heraufgesetzt werden.

Wer soll sich dann um die Kinder kümmern?

ist die große Frage, die noch unbeantwortet bleibt. Aber noch ist es nicht soweit. Und noch sind die Straßen tagsüber gefüllt mit all den lieben Omis und Opis, die sich um ihre Enkel kümmern. Ich habe auch den Eindruck, dass sie das sehr gerne tun – ganz egal wie wenig Ruhe der Ruhestand dann noch zu bieten hat.

2 Responses to “Omas, Opas und Enkel

  • …Das Rentenalter für Frauen nämlich von 55 auf 65 heraufgesetzt werden.

    Wer soll sich dann um die Kinder kümmern? …

    Vielleicht eine subtile Methode, die Geburtsrate im überbevölkerten China zu senken?

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